Schienenformen

Seit 1960 werden Weichen mit S49-Schienen ohne Angabe der Schienenform bezeichnet. Da inzwischen auch Weichen der Schienenform S54 und UIC 60 verwendet werden, sollen bei der Deutschen Bundesbahn zur klaren Unterscheidung der verschiedenen Weichenformen seit 1980 wieder die Schienenformen in die Bezeichnung aller Weichen aufgenommen werden. Zur klaren Unterscheidung sollen deshalb auch hier die Schienenformen immer genannt werden.

Auf dieser Seite werden die Weichengrundformen jeweils ausf├╝hrlich beschrieben. Verschiedene Einzelheiten wiederholen sich zwar bei den einzelnen Weichen, daf├╝r brauchen diese Einzelheiten nicht m├╝hsam aus allgemein gehalten Abs├Ątzen herausgesucht werden.

Die S49-Weichen (Reichsbahnweichen)

Die einfache Weiche 49-190-1:7,5

Die Bezeichnung der Vorbildweiche 49-190-1:7,5 bedeutet, da├č die Weiche aus S49-Schienenprofilen zusammengesetzt wird, der Zweiggleisradius in der Gleismitte 190m betr├Ągt und die Zweiggleisneigung am Bogenende 1:7,5 betr├Ągt, was einem Winkel von 7,5946┬░ entspricht. Mit der Neigung von 1:7,5 ist die Weiche 49-190-1.7,5 eine Steilweiche (Neigung steiler als 1:9).

Die Weiche 49-190-1:7,5 hat vom Weichenanfang bis zum Bogenende im Zweiggleis eine Spurerweiterung von 6mm und somit im Zweiggleis eine um 6mm verbreiterte Herzst├╝ckrille. Im Bereich der Herzst├╝ckl├╝cke verschlechtert sich dadurch f├╝r Fahrten im geraden Gleis die ├ťberdeckung des Rades ├╝ber Fl├╝gelschiene und Herzst├╝ckspitze. Aus diesem Grunde sollten Weichen 49-190-1:7,5 und daraus abgeleitete Weichen (z.B. 49-190-1:7,5/1:6,6) nur dort verwendet werden, wo die Hauptfahrt oder die Mehrzahl der Fahrten durch das Zweiggleis geht [1].
Die Weichen 49-190-1:7,5 und die daraus abgeleiteten Weichen sind deshalb nur sehr selten in durchgehenden Hauptgleisen zu finden. Die Weiche darf im Zweiggleis mit 40km/h und wegen der Spurerweiterung am Weichenanfang in der Geraden h├Âchstens mit 100km/h befahren werden. [2] und [3]

Die Weiche 49-190-1:7,5 ist eine Weiche mit gerader Verl├Ąngerung des Zweiggleises, d.h. nach dem Bogenende mit der Endneigung 1:7,5 kurz hinter dem Herzst├╝ck, folgt im Zweiggleis und im Stammgleis der Weiche eine Gerade von jeweils 4,817m L├Ąnge. Am Weichenende ergibt sich ein Spreizma├č (Abstand zwischen Stamm- und Zweiggleismitte) von 2,308m. Die Schwellen am Weichenende sind somit bereits kurze Doppelschwellen.

Der Radius von 190m kann ├╝ber die Neigung von 1:7,5 beliebig verl├Ąngert werden. Im Bereich der Abzweigverl├Ąngerung kann aber auch ein Bogen mit einem anderen Radius als 190m vorgesehen werden. Das Weichenende wird dabei so festgelegt, da├č in der Verl├Ąngerung die Gleisl├Ąnge von 4,817m beibehalten wird. Diese von der Grundform abgeleiteten Weichen werden trotzdem in den Lagepl├Ąnen als 49-190-1:7,5 bezeichnet. Endet der Zweiggleisbogen in der Verl├Ąngerung mit der Neigung 1:6,6 (8,6156┬░), wird die Weiche als 49-190-1:7,5/1:6,6 bezeichnet (meist vereinfacht als 49-190-1:6,6 oder nur 190-1:6,6). Durch die Darstellung als Bruch wird deutlich gemacht, da├č die Weiche aus der Grundform mit der Neigung 1:7,5 abgeleitet wurde. Hinter dem Bogenende einer 49-190-1:7,5/1:6,6 schlie├čt eine Gerade mit 1,415m L├Ąnge bis zum Weichenende an. Bis Ende der 1960er-Jahre wurden auch Weichen mit Zweiggleisbogen bis zum Weichenende als 49-190-1:7,5/1:6,6 bezeichnet. Sp├Ąter wurden diese Weichen als 49-190-1:7,5/1:6,3 bezeichnet. Die Angabe der Neigung ist gerundet, die Neigung betr├Ągt genau 1:6,24809 [4] (9,0930┬░). Um bei der Neukonstruktion der S54-Weiche 54-190-1.7,5 die vielen Sonderf├Ąlle zu vermeiden, betr├Ągt die Verl├Ąngerung nur 0,640m [5].

Die Weiche 49-190-1:7,5 und die daraus abgeleiteten Weichen k├Ânnen nur zu Au├čenbogenweichen gebogen werden, wegen der notwendigen gr├Â├čeren Spurerweiterung im Zweiggleisbogen aber nicht zu Innenbogenweichen (die Weiche 54-190-1:7,5 kann auch zur Innenbogenweiche mit einem Mindestradius von 175m im Zweiggleis verbogen werden).
Beim Vorbild gibt es Au├čenbogenweichen 49-190-1:7,5 , bei denen, wie in der Grundform, die gerade Verl├Ąngerung in der Bogenweiche ebenfalls gerade geblieben ist. Wird die Weiche 49-190-1:7,5/1:6,6 zur Au├čenbogenweiche verbogen, ergeben sich am Weichenende im Stamm- und im Zweiggleis kurze Geraden mit 1,415m L├Ąnge. Bei einer ABW 49-190-1:7,5/1:6,3 laufen die B├Âgen bis zum Weichenende durch. Alle anderen F├Ąlle der ABW, bei denen z.B. das Stammgleis in der Verl├Ąngerung gerade ist und beim Zweiggleis der Zweiggleisbogen bis zum Weichenende f├╝hrt, werden ├╝blicherweise als ABW 49-190-1:7,5 bezeichnet.

Werden Weichen 49-190-1:7,5 in der Form von Au├čenbogenweichen als Schutzweichen verwendet, wird das Zweiggleis der Grundform f├╝r den Hauptfahrweg verwendet. Der Weichenbogen zum Gleisstummel wird aus dem Stammgleis gebildet. Dadurch wird das Gleis mit der kleineren Herzst├╝ckl├╝cke dem Hauptfahrweg zugeordnet [6].

Einfache Weiche 49-190-1:7,5 und die daraus abgeleiteten Weichen

Einfache Weiche 49-190-1:7,5 und die daraus abgeleiteten Weichen mit der Endneigung 1:6,6 und 1:6,3. Entgegen der ├╝blichen Darstellung ist hier der Zweiggleisbogen gezeichnet worden.

Die einfache Weiche 49-190-1:9

Die Bezeichnung der Vorbildweiche 49-190-1:9 bedeutet, da├č die Weiche aus S49-Schienenprofilen zusammengesetzt wird, der Zweiggleisradius in der Gleismitte 190m betr├Ągt und die Zweiggleisneigung am Bogenende (vor dem Herzst├╝ckbereich) 1:9 betr├Ągt, was einem Winkel von 6,3402┬░ entspricht. Die Neigung von 1:9 entspricht der Regelneigung.

Die Weiche 49-190-1:9 hat vom Weichenanfang bis zum Bogenende im Zweiggleis eine Spurerweiterung von 6mm. Im Herzst├╝ckbereich ist das Zweiggleis gerade. Die Weiche darf im Zweiggleis mit 40km/h und wegen der Spurerweiterung am Weichenanfang in der Geraden h├Âchstens mit 100km/h befahren werden. [2] und [3]
Schon ab den 1960er-Jahren wurden in vielen Hauptstrecken, selbst dort, wo weniger als 100km/h gefaren werden kann, bei der Erneuerung der Weichen 49-190-1:9 diese durch 300er-Weichen (da ohne Spurerweiterung) ersetzt. So kommt es bei Rangierfahrstra├čen zu Gleisverbindungen, in denen sich die Weichen 49-190-1:9 und 49-300-1:9 gegen├╝berliegen.

Die Weiche 49-190-1:9 ist eine Weiche mit geradem Herzst├╝ck im Zweiggleis. Die L├Ąnge der Geraden betr├Ągt 6,092m (=16,615-10,523). Am Weichenende ergibt sich ein Spreizma├č (Abstand zwischen Stamm- und Zweiggleismitte) von 1,838m. Die Schwellen am Weichenende sind somit lange Doppelschwellen, die unter allen 4 Schienen durchlaufen. Nach der Doppelschwelle folgen 6 weitere Langschwellen. Nach der letzten durchgehenden Schwelle (ldS) folgen die ersten verk├╝rzten Einzelschwellen (2,2m lang), damit die Schwellen nicht verschachtelt angeordnet werden m├╝ssen.

Wenn ab dem Weichenende Stamm- und Zweiggleis als Gerade fortgesetzt werden, entspicht das dem Regelfall. Beide Gleise k├Ânnen ab dem Weichenende und somit schon im Bereich der Langschwellen hinter dem Weichenende mit beliebigen B├Âgen fortgesetzt werden. Laufen die Gleise aufeinander zu, werden die Langschwellen voneinander abger├╝ckt, um die Radien einzustellen. Laufen die Gleise steiler auseinander als im Regelfall, werden die Langschwellen aufeinander zugeschoben, damit sich die Radien einstellen. W├╝rde dabei der Schwellenabstand gr├Â├čer als 700mm (720mm) oder kleiner als 500mm, m├╝ssen die Langschwellen mit vom Regelfall abweichenden Bohrungen f├╝r die Kleineisen versehen werden [7]. Ab der letzten duchgehenden Schwelle kann der H├Âhenverlauf der Gleise unterschiedlich geplant werden.

Die Weiche 49-190-1:9 kann nur zu Au├čenbogenweichen gebogen werden, wegen der notwendigen gr├Â├čeren Spurerweiterung im Zweiggleisbogen aber nicht zu Innenbogenweichen (die Weiche 54-190-1:9 kann auch zur Innenbogenweiche mit einem Mindestradius von 175m im Zweiggleis verbogen werden). Bei der Anordnung als ABW wird die Weiche im Regelfall vom Weichenanfang bis vor den Herzst├╝ckbereich verbogen. Stamm- und Zweiggleis bleiben im Herzst├╝ckbereich gerade.
In wenigen und eigentlich unerw├╝nschten Sonderf├Ąllen wurde die Weiche auf ganzer L├Ąnge verbogen. Dadurch entsteht eine Weiche, die sowohl ABW, als auch IBW ist. Um diese Sonderf├Ąlle zu vermeiden, kann auf eine ABW 49-190-1:7,5 oder auf eine ABW 49-300-1:9 zur├╝ckgegriffen werden.

Einfache Weiche 49-190-1:9

Einfache Weiche 49-190-1:9

Die symmetrische Au├čenbogenweiche 49-215-1:4,8

Die Bezeichnung der Vorbildweiche 49-215-1:4,8 bedeutet, da├č die Weiche aus S49-Schienenprofilen zusammengesetzt wird, der Radius beider Gleise in der Gleismitte 215m betr├Ągt und die Neigung am Weichenende (=Bogenende) 1:4,8 betr├Ągt, was einem Winkel von 11,7683┬░ entspricht. Die Weiche ist somit eine Steilweiche (Neigung steiler als 1:9).

Die Weiche darf in beiden Gleisen mit 40km/h befahren werden. Die Weiche 49-215-1:4,8 ist eine Weiche mit Bogenherzst├╝ck. Beide B├Âgen f├╝hren durch das Herzst├╝ck hindurch bis zum Weichenende. Am Weichenende ergibt sich ein Spreizma├č (Abstand zwischen Stamm- und Zweiggleismitte) 2,266m. Die Doppelschwellen am Weichenende sind kurze Einzelschwellen (2,3m lang).

Die Weiche 49-215-1:4,8 gibt es seit ca. 1953 als zweiteilige Weiche (nur Zungenvorrichtung und Herzst├╝ckbereich). Seit ca. 1959 gibt es diese Weiche auch als dreiteilige Weiche mit Mittelteil und folglich einer weiteren Doppelschwelle. Die Weiche sollte eigentlich nur als symmetrische Au├čenbogenweiche eingeplant werden. Trotzdem wurden auch unsymmetrische ABW 49-215-1:4,8 eingebaut, sofern es die Planung erforderte.

Die Weiche wird nur sehr selten angewendet. So wurde der Rangierbahnhof Bebra um 1965 erweitert und modernisiert. Im Bereich der Einfahr- und Ausfahrgruppe und der Richtungsgruppen liegen etwa 175 Weichen, aber nur drei 215er-Weichen. Zwei dieser Weichen sind Hauptverteilungsweichen am Ablaufberg. Die dritte Weiche ist die erste Weiche einer Gleisharfe am Ende einer Richtungsgruppe. Im gesamten Bahnhof Bebra gibt es nur eine weitere 215er-Weiche.

Die symmetrische Au├čenbogenweiche 49-215-1:4,8

Die symmetrische Au├čenbogenweiche 49-215-1:4,8

Die einfache Weiche 49-300-1:9

Die Bezeichnung der Vorbildweiche 49-300-1:9 bedeutet, da├č die Weiche aus S49-Schienenprofilen zusammengesetzt wird, der Zweiggleisradius in der Gleismitte 300m betr├Ągt und die Zweiggleisneigung am Weichenende (=Bogenende) 1:9 betr├Ągt, was einem Winkel von 6,3402┬░ entspricht. Die Neigung von 1:9 entspricht der Regelneigung.

Die Weiche darf im Zweiggleis mit 50km/h befahren werden. Die Weiche 49-300-1:9 ist eine Weiche mit Bogenherzst├╝ck im Zweiggleis. Der Zweiggleisbogen f├╝hrt somit durch das Herzst├╝ck hindurch bis zum Weichenende. Wie bei der Weiche 49-190-1:9 ergibt sich am Weichenende der 300er-Weiche ein Spreizma├č (Abstand zwischen Stamm- und Zweiggleismitte) von 1,838m. Die Schwellen am Weichenende sind somit lange Doppelschwellen, die unter allen 4 Schienen durchlaufen. Nach der Doppelschwelle folgen 6 weitere Langschwellen. Nach der letzten durchgehenden Schwelle (ldS) folgen die ersten verk├╝rzten Einzelschwellen (2,2m lang), damit die Schwellen nicht verschachtelt angeodnet werden m├╝ssen.

Wenn ab dem Weichenende Stamm- und Zweiggleis als Gerade fortgesetzt werden, wird der Regelschwellensatz f├╝r die anschlie├čende Gerade verwendet. Soll dagegen der Zweiggleisbogen nach dem Weichenende fortlaufen, wird der Regelschwellensatz f├╝r den fortlaufenden Bogen verwendet. Zweig- und Stammgleis k├Ânnen ab dem Weichenende und somit schon in Bereich der Langschwellen mit beliebigen anderen B├Âgen fortgesetzt werden. Je nachdem, ob der Kr├╝mmungsunterschied zwischen Stamm- und Zweiggleis mehr dem Regelschwellensatz f├╝r die anschlie├čende Gerade oder f├╝r den fortlaufenden Zweiggleisbogen entspricht, wird der jeweilige Regelschwellensatz angewendet. Der genaue Bogen wird eingestellt, indem die Langschwellen l├Ąngs verschoben werden. W├╝rde dabei der Schwellenabstand gr├Â├čer als 700mm (720mm) oder kleiner als 500mm werden, m├╝ssen die Langschwellen mit vom Regelfall abweichenden Bohrungen f├╝r die Kleineisen versehen werden [7]. Ab der letzten durchgehenden Schwelle kann der H├Âhenverlauf der Gleise unterschiedlich geplant werden.

Die Weiche 49-300-1:9 kann zu Au├čen- und Innenbogenweichen gebogen werden. Der kleinste zul├Ąssige Zweiggleisradius betrug in der Praxis bis 1961 214,834 m [8]. Ab 1961 ist ein Zweiggleisradius von 200m ohne Spurerweiterung zul├Ąssig [9] und nach den heutigen Vorschriften 175m [10].

Einfache Weiche 49-300-1:9

Einfache Weiche 49-300-1:9

Die einfache Weiche 49-300-1:14

Die Bezeichnung der Vorbildweiche 49-300-1:14 bedeutet, da├č die Weiche aus S49-Schienenprofilen zusammengesetzt wird, der Zweiggleisradius in der Gleismitte 300m betr├Ągt und die Zweiggleisneigung am Bogenende (vor dem Herzst├╝ckbereich) 1:14 betr├Ągt, was einem Winkel von 4,0856┬░ entspricht.

Die Weiche darf im Zweiggleis mit 50km/h befahren werden. Die Weiche 49-300-1:14 ist eine Weiche mit geradem Herzst├╝ck im Zweiggleis. Die L├Ąnge Geraden betr├Ągt 13,836m (=24,537-10,701). Am Weichenende ergibt sich ein Spreizma├č (Abstand zwischen Stamm- und Zweiggleismitte) von 1,749m (wie bei der Weiche 49-500-1:14). Die Schwellen am Weichenende sind somit lange Doppelschwellen, die unter allen 4 Schienen durchlaufen. Nach der Doppelschwelle folgen 10 weitere Langschwellen. Nach der letzten durchgehenden Schwelle (ldS) folgen die ersten verk├╝rzten Einzelschwellen (2,2m lang), damit die Schwellen nicht verschachtelt angeordnet werden m├╝ssen.

Wenn ab dem Weichenende Stamm- und Zweiggleis als Gerade fortgesetzt werden, entspicht das dem Regelfall. Beide Gleise k├Ânnen ab dem Weichenende und somit schon im Bereich der Langschwellen hinter dem Weichenende mit beliebigen B├Âgen fortgesetzt werden. Laufen die Gleise aufeinander zu, werden die Langschwellen voneinander abger├╝ckt, um die Radien einzustellen. Laufen die Gleise steiler auseinander als im Regelfall, werden die Langschwellen aufeinander zugeschoben, damit sich die Radien einstellen. W├╝rde dabei der Schwellenabstand gr├Â├čer als 700mm (720mm) oder kleiner als 500mm werden, m├╝ssen die Langschwellen mit vom Regelfall abweichenden Bohrungen f├╝r die Kleineisen versehen werden [7]. Ab der letzten duchgehenden Schwelle kann der H├Âhenverlauf der Gleise unterschiedlich geplant werden.

Die Weiche 49-300-1:14 gibt es erst seit etwa 1968 und wird nur sehr selten verwendet. Nach [11] wird die Weiche im Regelfall f├╝r Gleisverbindungen mit Gleisabst├Ąnden von 3,50m bis 4,20m verwendet. Die Weiche kann zu Au├čen- und Innenbogenweichen gebogen werden. Der kleinste zul├Ąssige Zweiggleisradius betr├Ągt 200m [9], und nach den heutigen Vorschriften 175m [10].

Anmerkung: Beruflich wie privat konnte der Autor viele Gleispl├Ąne von Flensburg bis Lindau studieren. Eine IBW oder ABW 49-300-1:14 ist dabei nie aufgefallen. Diese Weiche d├╝rfte als Bogenweiche ausgesprochen selten sein.

Einfache Weiche 49-300-1:14

Einfache Weiche 49-300-1:14

Die einfache Weiche 49-500-1:12

Die Bezeichnung der Vorbildweiche 49-500-1:12 bedeutet, da├č die Weiche aus S49-Schienenprofilen zusammengesetzt wird, der Zweiggleisradius in der Gleismitte 500m betr├Ągt und die Zweiggleisneigung am Weichenende (=Bogenende) 1:12 betr├Ągt, was einem Winkel von 4,7636┬░ entspricht.

Die Weiche darf im Zweiggleis eigentlich mit 65km/h befahren werden. Nach [12] wird die Geschwindigkeit im Zweiggleis auf 60km/h begrenzt. Die Weiche 49-500-1:9 ist eine Weiche mit Bogenherzst├╝ck. Der Zweiggleisbogen f├╝hrt somit durch das Herzst├╝ck hindurch bis zum Weichenende. Am Weichenende der 500er-Weiche ergibt sich ein Spreizma├č (Abstand zwischen Stamm- und Zweiggleismitte) von 1,729m. Die Schwellen am Weichenende sind somit lange Doppelschwellen, die unter allen 4 Schienen durchlaufen. Nach der Doppelschwelle folgen 9 weitere Langschwellen. Nach der letzten durchgehenden Schwelle (ldS) folgen die ersten verk├╝rzten Einzelschwellen (2,2m lang), damit die Schwellen nicht verschachtelt angeordnet werden m├╝ssen.

Wird der Zweiggleisbogen mit 500m Radius ├╝ber das Weichenende hinaus bis zur Neigung von 1:9 verl├Ąngert wird die Weiche als 49-500-1:12/1:9 bezeichnet. Durch die Darstellung als Bruch wird deutlich gemacht, da├č die Weiche aus der Grundform mit der Neigung 1:12 abgeleitet wurde. Auch 500er-Bogenweichen werden manchmal als ABW oder IBW 49-500-1:12/1:9 bezeichnet.

Wenn ab dem Weichenende Stamm- und Zweiggleis als Gerade fortgesetzt werden, wird der Regelschwellensatz f├╝r die anschlie├čende Gerade verwendet. Soll dagegen der Zweiggleisbogen nach dem Weichenende fortlaufen, wird der Regelschwellensatz f├╝r den fortlaufenden Bogen verwendet. Zweig- und Stammgleis k├Ânnen ab dem Weichenende und somit schon in Bereich der Langschwellen mit beliebigen anderen B├Âgen fortgesetzt werden. Je nachdem, ob der Kr├╝mmungsunterschied zwischen Stamm- und Zweiggleis mehr dem Regelschwellensatz f├╝r die anschlie├čende Gerade oder f├╝r den fortlaufenden Zweiggleisbogen entspricht, wird der jeweilige Regelschwellensatz angewendet. Der genaue Bogen wird eingestellt, indem die Langschwellen l├Ąngs verschoben werden. W├╝rde dabei der Schwellenabstand gr├Â├čer als 700mm (720mm) oder kleiner als 500mm werden, m├╝ssen die Langschwellen mit vom Regelfall abweichenden Bohrungen f├╝r die Kleineisen versehen werden [7]. Ab der letzten duchgehenden Schwelle kann der H├Âhenverlauf der Gleise unterschiedlich geplant werden.

Die Weiche 49-500-1:12 und kann zu Au├čen- und Innenbogenweichen gebogen werden. Der kleinste zul├Ąssige Zweiggleisradius betrug in der Praxis bis 1961 215,418 m [8]. Ab 1961 ist ein Zweiggleisradius von 200m ohne Spurerweiterung zul├Ąssig [9] und nach den heutigen Vorschriften ebenfalls 200m [10].

Einfache Weiche 49-500-1:12 und die daraus abgeleitet Weiche 49-500-1:12/1:9

Einfache Weiche 49-500-1:12 und die daraus abgeleitet Weiche 49-500-1:12/1:9

Ausblick

F├╝r diese Seite haben wir uns noch vorgenommen:

  • Schienenformen der L├Ąnderbahnen und der deutschen Staatsbahnen
  • Schwellenteilung der Gleise und Schwellenformen
  • Einfache Weiche 49-500-1:14
  • Einfache Weiche 49-760-1:14
  • Einfache Weiche 49-760-1:18,5
  • Einfache Weiche 49-1200-1:18,5
  • Kreuzungen 49-1:2,9 , 49-1:3,224 , 49-1:4,444 , 49-1:6,6 , 49-1:7,5 , 49-1:9 , 49-1:14 , 49-1:18,5
  • DKW und EKW 49-190-1:6,6
  • DKW und EKW 49-190-1:9 und die daraus abgeleiteten Kreuzungsweichen
  • DKW und EKW 49-300-1:9
  • DKW und EKW 49-500-1:9 und die daraus abgeleiteten Kreuzungsweichen
  • EKW 49-850-1:18,5

Quellenverzeichnis

[1] Reichsbahnweichen und Reichsbahnbogenweichen von Prof. Fr. Hartmann, zweite verbesserte Auflage 1952, Seiten 121 und 122.

[2] DS 820 von 1969 aktualisiert bis 1992 AzObv 24 Seite 3. Ab wann die Geschwindigkeistbeschr├Ąnkung f├╝r die 190er-Weichen mit S49-Schienenprofil auf 100km/h erlassen wurde, ist dem Autor nicht bekannt. Vermutlich mit der Einf├╝hrung der 190er-Weichen mit S54-Schienenprofil ab ca. 1978.

[3] DB-Fachbuch, Zusammenstellung von Richtlinien f├╝r das Entwerfen von Bahnanlagen, Hans J├╝rgen Niemeyer BD Hamburg 1982/1992, Seite 62.

[4] DS 883 03 von 1993, Anlage 5 Seite 3.

[5] Schreiben des Bundesbahnzentralamtes M├╝nchen vom 10.07.1978:
Bei den einfachen Weichen 49-190-1:7,5 werden im Bereich der Herzst├╝ckgeraden wegen kurzer Entwicklungsl├Ąngen der Weichenzonen h├Ąufig Weicheneingriffe und Kr├╝mmungs├Ąnderungen vorgenommen, die erh├Âhten Aufwand in der Weichenfertigung und Weichenunterhaltung zur Folge haben. Bei der Entwicklung der S54-Weichen wurde aus diesen ├ťberlegungen eine kurze Weiche entwickelt, mit der diese Eingriffe weitgehend vermieden werden...
Anmerkung: Die Weiche 49-190-1:7,5 hat keine Herzst├╝ckgerade wie z.B. die Weiche 49-190-1:9. Gemeint ist die gerade Verl├Ąngerung hinter dem Herzst├╝ck!

[6] Reichsbahnweichen und Reichsbahnbogenweichen von Prof. Fr. Hartmann, zweite verbesserte Auflage 1952, Seite 163.

[7] DB-Fachbuch, Bauarten des Oberbaues von Otto Morgenschweis und weiteren Mitarbeitern vom Bundesbahnzentralamt M├╝nchen 1979. Seite 163. Hier betr├Ągt der gr├Â├čte zul├Ąssige Schwellenabstand 700 mm. Nach Hartmann 1952, Seite 203 betr├Ągt der gr├Â├čte zul├Ąssige Schwellenabstand 720 mm, ab den Seiten 205 wird anhand von Beispielen erl├Ąutert, wie der Abstand der Langschwellen berechnet wird.

[8] Nach Hartmann 1952, Seite 72, betr├Ągt der kleinste zul├Ąssige Zweiggleisradius genau 214m. ├ťblicherweise wurde der kleinste Zweiggleisbogen der 300er-Weiche auf 214,834m und bei den 500er-Weichen auf 215,418m festgelegt. Dabei ergibt sich bei der 300er-Weiche im Stammgleis ein Radius von 760m und bei der 500er-Weiche 380m. Siehe auch Gleistechnische Bl├Ątter von Dr.-Ing. Kurt Matthews 1951, Seite W 13 und Taschenbuch f├╝r den Reichsbahn-Vermessungsdienst, Reichsbahndirektion Hannover im Mai 1949.

[9] Auszug aus dem Schreiben des Bundesbahn-Zentralamtes in Minden vom 15.06.1961:
...Au├čerdem k├Ânnen Bogenweichen k├╝nftig bis zu einem Halbmesser (Zweiggleishalbmesser) von 200 m ohne Spurerweiterung verlegt werden. Wir weisen aber darauf hin, da├č bei stark verbogenen Bogenweichen nicht immer ein Aufplatten der Schwellen nach vorhandenen Schwellenbohrlehren m├Âglich ist. U. U. mu├č das Aufplatten einzelner Schwellen, besonders der Doppelschwellen, an der Einbaustelle erfolgen. ...

[10] Aus DS 800 01 Entwerfen von Bahnanlagen, von 1995 Anlage 3 Seite 1.
Biegbarkeit von einfachen Weichen zu Innenbogenweichen:

Radius der Weichengrundform
r0 [m]
kleinster Zweiggleisradius
rz [m]
zugeh├Âriger Stammgleisradius
ca. rs [m]
190 175 2220
300 175 420
500 200 333
760 300 500
1200 442 700

[11] DS 800 01 Entwerfen von Bahnanlagen, 1995 Anlage 7.

[12] DS 800 01 Entwerfen von Bahnanlagen, 1995 Anlage 2.